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News über Web Lernen

Die Luzerner Zeitung hat einen tollen Artikel über Web Lernen verfasst. Herzlichen Dank dafür. Es freut uns, dass die Öffentlichkeit ein Interesse an Nachhilfe für Lernende hat. Grossen Dank auch an Nathalie Ehrenzweig, die Autorin des Artikels.

 
Nachhilfe für Schülerinnen aus aller Welt

Ein Luzerner Paar hat im Lockdown aus der Not eine Tugend gemacht und eine E-Learning-Plattform aufgebaut.


Seit zwei Jahren geben Lukas (20) und Nina (21) Jud aus Luzern Nachhilfeunterricht. Anfangs noch an der Kanti, studiert das junge Paar inzwischen an der Pädagogischen Hochschule Luzern. «Im letzten März hatten wir 40 Nachhilfeschüler. So viele, dass wir das fast nicht mehr selbst erledigen konnten», erinnert sich Nina Jud. Mit dem Lockdown sei es dann klar gewesen, dass die Nachhilfe nicht mehr im Bourbaki stattfinden konnte, sondern ins Internet verlagert werden musste.


Lukas Jud hatte schon vorher die Idee, online Nachhilfe anzubieten und Bildungslücken zu schliessen. «Unsere Website hatten wir schon. Wir haben dann die neue Seite ‹Web Lernen› gemacht. Da die Nachfrage stieg, suchten wir nach Lehrern», sagt er. Ihr Ziel sei, Nachhilfe anzubieten, die persönlich, aber auch erschwinglich sei. «Die meisten Lehrer sind selbst Studierende, deshalb sind die Preise nicht zu hoch.»



Lektionen werden aufgezeichnet

Die potenziellen Nachhilfelehrer müssen sich bei Nina und Lukas Jud mit einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben bewerben. «Wir prüfen dann, was sie können und ob sie wirklich diese Personen sind. Ausserdem halten wir uns an den Leitfaden von Pro Juventute zur Prävention von Pädophilie. In dem Zusammenhang zeichnen wir die Lektionen auch auf und archivieren sie für sieben Tage», sagt Lukas Jud. Sie stellen auch fachliche Fragen, überprüfen, ob die Bewerbenden pünktlich sind und ob sie die Technik im Griff haben. «Wir arbeiten mit dem Videokonferenzsystem Zoom», so Nina Jud.


Inzwischen hat die Plattform an die 40 Coaches, die Nachhilfe für Primarschüler bis Studierende geben. «Wir dachten erst, dass ‹Web Lernen› eine Plattform für Deutschschweizer werden könnte. Aber mittlerweile haben wir sogar Lehrer aus Valencia oder Portugal», freut sich der angehende Sekundarlehrer. Auf der anderen Seite können sich Lernende online registrieren, die passende Lehrerin oder den passenden Lehrer suchen, dann bekommen sie den Link für die Zoom-Lektion zugeschickt. «Auch die Lernenden sind international, wir haben zum Beispiel Schülerinnen aus Äthiopien», sagt Nina Jud. Die Lektionen, die über die Plattform abgewickelt werden, haben sich jeden Monat verdreifacht. «Zurzeit finden vier bis fünf Lektionen pro Tag statt. Davon können wir natürlich noch nicht leben», meint sie schmunzelnd. Die Stunden, die das Paar – vor allem Lukas Jud – selbst gibt, hält es abends, wenn das Baby schläft. «Es wäre schön, wenn wir durch die Einnahmen mit der Plattform irgendwann mal eine eigene Wohnung finanzieren können», hoffen sie.


Doch wie verdient das Paar an der Nachhilfe? «Die Coaches setzen den Preis für 55 Minuten Nachhilfe fest und wir berechnen dazu 10 Franken Vermittlungsgebühr. Die Stundentarife auf der Website ist bereits der totale Betrag», sagt Nina Jud. Dass die zwei mit «Web Lernen» Geld verdienen können, liegt auch daran, dass Lukas Jud das meiste an der Website selbst gemacht hat. «Einen Teil konnten wir durch ein Crowdfunding finanzieren und eine Grossbank hat uns auch mit einem Betrag unterstützt.»


Qualitätskontrolle durch Feedback der Lernenden

Dem Paar ist – gerade auch als angehende Pädagogen – die Qualität des Unterrichts wichtig. «Wir besprechen mit den Coaches, wie eine gute Lektion gehalten wird, ob online oder offline unterrichtet wird. Vor allem die Nachbereitung des Unterrichts ist essenziell. Wir erfragen auch Feedbacks von den Lernenden», beschreibt Nina Jud.


Die Vorteile der Online-Nachhilfe: Die Anreise falle weg, beide Seiten seien flexibler, und sie ist derzeit die bevorzugte Art von Unterricht. Zudem können Lernende gleich über die Website den Kalender des Coaches sehen und direkt buchen und bezahlen. Die am meisten nachgefragten Fächer sind übrigens Mathematik und Französisch.


Bei allen Vorteilen: Eltern haben oft Vorbehalte gegenüber Online-Nachhilfe. «Wir empfehlen dann immer, es einfach auszuprobieren. In der Regel sind die Lernenden sehr zufrieden. Der direkte Augenkontakt fehlt zwar, der Fokus auf den Bildschirm führt aber zu weniger Ablenkung», sagt Nina Jud.


Natalie Ehrenzweig


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Aus dem E-Paper der Luzerner Zeitung vom 17.11.2020


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